Sonntag, 15. März 2015

Terry Pratchett ist tot

Das werden die meisten durch Zeitung oder Fernsehen wahrscheinlich schon mitbekommen haben, ich allerdings, die ihre Nase die ganze Zeit in Paragraphen stecken muss, musste das durch meinen Nachbarn erfahren.
Es überrascht mich jedoch nicht, weil Pratchett ja schon vor geraumer Zeit an die Öffentlichkeit gegangen war, um mitzuteilen, dass er an Alzheimer litt.
Trotzdem stimmt es mich sehr traurig, dass er nicht mehr ist.

Allerdings aus sehr egoistischen Gründen.
Er wird nicht mehr - für mich - schreiben können. Und er hat sehr viele Bücher geschrieben. Die meisten davon habe ich aber schon gelesen. Ich habe immerhin knapp 20 davon in meinen Regalen stehen!
Und ich meine damit gerade auch die Scheibenwelt-Bücher:
Ich finde sie grandios, humorvoll und mit einem Zwinkern im Augenwinkel, sie werfen mit Gespür einen tollen satirischen Blick in die Gesellschaft, aber immer irgendwie auf liebevolle Weise.

Leider muss ich sagen, boten die letzten davon auch nicht mehr ganz die Lesefreude, die ich immer an ihnen hatte. Das vorletzte Buch - "Steife Prise" - zog sich schon zäh vor sich hin und das letzte, das ich von ihm las - "Toller Dampf voraus"-, habe ich nach knapp einem Drittel beiseite gelegt. Das war mir bei einem Pratchett-Buch vorher noch nie passiert.
Ich dachte erst, es könnte mit Pratchetts Erkrankung zu tun haben, mache es mittlerweile aber am neuen Übersetzer fest (G. Jung). Zumal diese Kritik auch von anderen kommt und nicht mein alleiniger Eindruck ist.
Die Übersetzungen waren immer der Kritik ausgesetzt, dass sie den Wortwitz der Pratchett-Bücher nicht gut haben ins Deutsche retten können, auch bei Brandhorst, ich hatte aber an den Brandhorst-Übersetzungen so große Freude, dass ich Buch um Buch von ihnen las. Bei Jung... nicht.

Also, wer sich die Bücher von Pratchett gerne mal antun möchte, der halte sich an die Brandhorst-Übersetzungen. Die Jung-Übersetzungen sind meines Erachtens das für Pratchetts Scheibenwelt-Bücher, was die Kriege-Übersetzungen für J. R. R. Tolkiens Herr der Ringe-Bücher sind: da greift man lieber zum Original oder legt das Buch ganz ad acta.

Keine Kommentare: