Mittwoch, 15. Februar 2012

ich weiß gar nicht wie

Mir geht's ich weiß nicht wie. Ich heule herum, versuche mich abzulenken.
Meine Oma ist gestorben.
Was eigentlich sowohl der Ausweg für sie selbst gewesen sein dürfte, als auch in vieler Hinsicht uns, den Meinen, vieles erleichtert.
Das hört sich herzlos an, aber die Hilfestellungen, die alle aus meiner Familie ihr geben wollten, wollte sie Zeit ihres Lebens nie annehmen. Sie war eigen. Alles nur zu ihren Konditionen. Die aber einfach realitätsfern waren.
Aber das hat sich ja nun gelöst.
Auch das hört sich fies an. Liest sich so für mich.
Aber "gelöst" heißt, dass es eigentlich für alle Beteiligten eine Erleichterung ist, auch für die Oma, denn wäre sie wieder aus dem Krankenhaus gekommen, hätte sie so gemusst, wie sie nie gewollt hat, da gab es kein Verhandeln mehr.

Wo ist jetzt mein Problem, mal abgesehen von der normalen Trauer?

Ich kann nicht gut mit Beerdigungen.
Ich hab da ein ganz dünnes Fell, was das angeht.
Erst recht, wenn es um so nahestehende Menschen geht.
Und alle aus der Familie dabei sind.
Mir graut vor der Kirche, den Worten des Pfarrers, den Liedern, dem Gang zum Grab, den atemstockenden Gefühlen, all den Dingen, die mir den Brustkorb eng werden lassen.

Übermorgen.

Kommentare:

Schäfchen hat gesagt…

(((Meise)))

Bär-Bellinda hat gesagt…

Fühl dich mal ganz lieb umärmelt....

Frau Vau hat gesagt…

Mensch, Frau Meise.. alles Liebe!

mkh hat gesagt…

Herzliches Beileid ...

Was würdest du denn gerne über sie, deine Oma, sagen, wenn DU selbst eine Grabrede halten oder dem Pfarrer die Stichworte geben könntest?

Urmel hat gesagt…

Mein herzliches Beileid! *fest drück*

Orinoko hat gesagt…

Mein herzliches Beileid.
Würde es Ihnen denn wirklich helfen, nicht bei der Messe bzw. dem Friedhofsgang dabei zu sein, oder würfen Sie es sich später vor?

Meise hat gesagt…

Ganz lieben Dank euch allen.

@mkh:
Ich selbst könnte die Rede nicht halten und Stichworte würde ich auch nicht geben wollen, da mir die Worte dort nichts Gutes geben. Für alle anderen mag es anders sein, ich selbst würde lieber still kommen und genauso still gehen. Oder wie in New Orleans mit ordentlich Wumms wieder gehen. Später mag man mit den Seinen gerne die eine oder andere Begebenheit wieder in Erinnerung rufen, klar. Aber das ist irgendwie was anderes.

@Orinoko:
Ich weiß nicht genau, ob ich mir selbst es vorwerfen würde. Aber der eine oder andere aus der Familie würde es wahrscheinlich nicht verstehen und es als Schrulle betrachten oder so.
Aber ich arbeite in Gedanken schon daran, ob ich nicht zumindest den Teil in der Kapelle auslassen könnte...

Träger des Lichts hat gesagt…

Mein aufrichtiges Beileid. Ich kann deine Gefühle nachempfinden; auch wenn ich meine beiden Großmütter schon '89 verloren hatte.