Montag, 22. März 2010

Mitfahren

Mir ist es ja am Liebsten, wenn ich selbst bestimmen kann, wann ich und wohin ich fahren kann. Unabhängigkeit ist schon toll.
Seit ich nicht mehr motorisiert bin – und das ist schon eine ziemliche Weile so – weiche ich bei Strecken, die etwas länger sind, natürlich vom Rad auf öffentliche Verkehrsmittel aus: Bus und Bahn. Da ist die Unabhängigkeit schon ein bisschen eingeschränkt, denn man muss sich an Fahrtzeiten halten und den beförderten Raum mit wildfremden (und manchmal auch wildriechenden) Menschen teilen.
Man kann sich natürlich auch von jemand Motorisiertem abholen lassen. Da sind Absprachen unabdingbar und man ist vollkommen auf den anderen angewiesen.
In einem Falle macht mir das überhaupt nichts aus, im Gegenteil, da genieß ich es, wenn ich von meinem Schwimmpartner zum Schwimmen abgeholt werde und wir anschließend noch einkaufen fahren und dann gemeinsam kochen und DVDs gucken.

Jetzt am Wochenende – als es zum Tastschreibwettbewerb* ging – war natürlich Gruppenfahren angesagt. Eine super Sache, dass man nicht selbst dafür sorgen muss, wie man zum Zielort gelangt. Von daher: vergesst, was ich über Unabhängigkeit etc. geschrieben habe, hier zählt die Einfachheit des Mitschwimmens und Sich-nicht-kümmern-müssens und wenn die Gesellschaft im Auto auch noch stimmt, ist die Laube fertig. Fabelhaft.

Einen Wermuts-Tropfen gab es allerdings doch: wir saßen zu Dritt auf der Hinterbank. An sich, vom Raumangebot her, kein Problem, es war ja kein Sm*rt. Aber der Schnitt der Sitze ist ja im Grund doch nur für zwei Personen geplant. Gemütlich sitzen mit dreien ist bei den meisten Pkws nicht unbedingt möglich, denn da sitzt der Mittlere erhöht auf einem Buckel und die beiden anderen müssen seitlich ausweichen (wo man die Beine hinstreckt, vernachlässigen wir jetzt mal, meine sind eh kurz, da ist das nicht von erheblicher Bedeutung). Da die Sitz“schalen“ am freundlichen Sitzfleisch und im Rücken an den Seiten aber hoch- bzw. vorgewölbt sind, kann dies bei längerer Fahrt ungemütlich werden: Ist man schmal und hat ein schmales Becken, macht einem das vielleicht auch noch nichts aus, denn man passt in den verbliebenen Rest der Sitzmulde vielleicht noch hinein. Ich hing allerdings mit rechter Pobacke schräg erhöht (der aufmerksame Leser weiß sogleich: ich saß rechts und kann nicht behaupten schmal zu sein) und irgendwie seitlich, die rechte Hüfte vorgeschoben. Und da es in einem Fahrzeug auch mal hin- und herschuckelt und man dem zerbrechlichen Geschöpf in der Mitte keine Angst machen will, hält man eine angemessene Körperspannung, um die Bewegungen des Wagens – vor allem in Kurven – gut ausgleichen zu können. Nicht gut, wenn das (in all den Radfahrjahren schon reichlich lädierte) Knie deshalb dann irgendwann mal protestiert. Verkrampftes, schräges Sitzen ist doof!

Warum gibt’s eigentlich keine einfachen, gerade geschnittenen Rückbänke?


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*P.S.: Achter Platz! Hätt ich nicht gedacht!

Kommentare:

mkh hat gesagt…

Zum Kleingedruckten: Gratulation!

Zum Großgedruckten: Ich fahre so selten "hinten", dass ich davon keine Ahnung habe. Hätte gedacht, dass zumindest in einem einigermaßen großräumigen Auto, so was wie Passat, auch hinten ausreichend flächige Plätze auf der Sitzbank vorhanden sind, aber vielleicht täusche ich mich. - Abhilfe könnte Sitzwechsel bei jeder Fahrpause schaffen, oder?

Georg hat gesagt…

Na dann hat sich die Adaption ja gelohnt;-)

Hinten sitzen ist Mist.

GZi hat gesagt…

Gratuliere zum tollen Ergebnis... und ich bin froh, dass ich meistens fahren muss - zumal ich das ausgesprochen gern tue :-)

Meise hat gesagt…

@mkh:
Zum Ersten: Danke. ;)
"Platz" war eigentlich genug, aber wie gesagt, wenn die Bank hinten so geschnitten ist, dass zwei Leute in ihrer jeweiligen Sitzmulde es "gemütlich" haben, sitzen drei ungemütlich. Bei der Rücktour saß ich übrigens auf dem "Hubbel"
(mit u, nicht mit a gesprochen, sonst hätt ich wahrscheinlich nen tollen Ausblick gehabt) ;)

@Georg:
Adaption kann weiterbringen. ;)
Ansonsten find ich Hintensitzen nicht schlimm. Da kann man so schön die Gedanken schweifen lassen.

@GZi:
Auch dir danke. ;)
Ich fahre auch gerne selbst. Hab nur keinen Wagen mehr. Und eigentlich fuhr ich immer lieber allein, denn da konnt ich die Musik auf volle Lautstärke machen und ungeniert mitsingen. ;)