Freitag, 15. Januar 2010

reden

Ich verstumme schonmal,
obwohl ich eigentlich viel zu sagen hätte.

Ich rede und rede schonmal,
ohne viel dabei zu sagen.

Manchmal möchte ich auch nur
die Stimme von jemandem hören.

Manchmal möchte ich
gar nichts sagen müssen.

Manchmal möchte ich alles sagen dürfen,
was mich umtreibt.

Manchmal möchte ich nur davon hören,
was den anderen umtreibt.

Kommentare:

mkh hat gesagt…

Dazu hätte ich vielleicht was zu sagen, schreibe ich aber nicht hier, vielleicht ist es auch besser, zu schweigen. Wege finden, um aufwändig Verschwiegenes zu sagen, ist jedenfalls gut. Sag ich jetzt mal!

GZi hat gesagt…

Wohl dem, der auch zwischen den Zeilen oder Worten Verschwiegenes lesen oder hören kann. Der ohne Aufdringlichkeit anknüpfen kann, auch wenn kein Faden direkt gereicht wurde. Manchmal sind es die verschwiegenen Hilferufe, die innerlich am lautesten Schreien und sich wundern, dass keiner sie hört.

Meise hat gesagt…

@mkh:
Mir ging durch den Kopf, wieviel von dem, was man denkt, wie man fühlt, dem anderen mitteilt und wieviel ungesagt bleibt. Vielleicht weil es einfacher ist, Auseinandersetzung vermeidet oder die Dinge so belässt, wie sie sind. Oder vielleicht meint man, es sei nicht der richtige Augenblick. Oder man will sich mit seinen eigenen Gedanken gar nicht befassen und lieber von den Gedanken des anderen hören. Oder es ist alles grad so, wie es sein soll und man will im Augenblick verharren, der so perfekt scheint, dass man nicht mit Worten dazwischenfahren will.
Es gibt so viele Gründe, zu reden und zu schweigen...

@GZi:
Wohl dem. Richtig.
Aber auch, wenn man sojemanden um sich hat, darf man sich nicht wundern, wenn dieser mal daneben liegt oder gar nichts merkt.
Dies ist auch eins der Dinge, die ich lernen musste/zu lernen habe:
Laut zu geben, wenn mich was drückt und Hilfe zu erfragen.

mkh hat gesagt…

@ Meise, ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen!