Donnerstag, 3. Dezember 2009

Stolperstein

Ich hatte letzte Nacht einen Traum.
Und er war wunderbar und schrecklich.
In unrealistischem Geschehen und unrealistischer Umgebung, die ganz klar den Traum erkennen ließen, ereignete sich etwas, das Gefühle in mir hochbrodeln ließ.
Die mir gefielen und sich sehr echt anfühlten - irgendwie sehr echt waren.

Wie bitter, den Traum als Traum zu erkennen.
Wie gemein doch die eigene Vorstellungskraft arbeiten kann.
Wie verlockend Vorgekaukeltes doch sein kann.

Ein selbstgewebtes Spinnennetz, in dem ich mich verfangen würde, so erschien es mir beim Erwachen - und noch danach.

Lange danach.

Fast den ganzen Tag habe ich dieses starke Gefühl hin- und hergeschoben, beguckt, nachgefühlt.
-Und: Ja. Fühlen darf ich das.-

Aber die Erkenntnis ist doch die:
ein Traum ist ein Traum und damit der Ausdruck dessen, was ich wünsche, erhoffe, liebe, fürchte, verabscheue, bearbeite, verarbeite.
Nicht mehr.
Nicht weniger.

Und so kann ich wieder friedlich mit mir sein, mir meinen Ausrutscher verzeihen, meinen kleinen Stolperstein...

Kommentare:

Frau Vivaldi hat gesagt…

Liebe Frau Meise, seien Sie doch nicht immer so streng mit sich!

Georg hat gesagt…

genau

Meise hat gesagt…

Ach, Frau Vau,
ich hatte mir vorgenommen, mich von gewissen Wünschen und Sehnsüchten, die erstmal nicht erfüllbar sind, durch deren Unerfüllbarkeit nicht herunterziehen zu lassen.
Von ihnen einmal im Traum plötzlich vehement überspült zu werden, kann mich schonmal für einen Tag aus der Fassung bringen (manchmal auch länger).
Aber es hilft mir nicht weiter, dem nachzuhängen.
Darum:
Ja, ich darf das fühlen.
Aber - es darf mir nicht zum Stolperstein werden und mich zu Boden gehen lassen.

Meise hat gesagt…

@Georg:
Ähm. Ja.

"siehe oben"

;)

mkh hat gesagt…

Kannst du deinem Traum denn wirklich entfiehen? Wenn er so "echt" war und dich so tief anspricht, dann scheint mir etwas dahinter zu stecken, das dich wieder und wieder aufsuchen wird, bis du dich auf diesen Weg einlässt. Vielleicht eine Lebensaufgabe?

Das liest du jetzt vielleicht nicht gerne, und vielleicht täusche ich mich ja auch schlichtweg. Den Gedanken dazu habe ich allerdings und bin so frech, frank und frei, ihn dir mitzuteilen.

Meise hat gesagt…

Der Traum darf mich ruhig auch in Zukunft aufsuchen. Ich denke, ich weiß mit ihm umzugehen.
Falls sich der Traum irgendwann in Form der Realität blicken lassen sollte, werde ich mich nur zu gerne darauf einlassen.