Samstag, 8. August 2009

Frage des Tages

Wie beschwört man Musen?

Kommentare:

Lily hat gesagt…

Also.
Die Muse ist eher scheu. Daher muss man sie anlocken, soweit möglich. Dies geschieht am besten mittels eines Beschwörungsrituals, welches dem von Terry Pratchett als "Ritual von Ash'Kente" beschriebenen nicht ähnelt.
Für die Muse benötigt man:
1 Computer
samt Tastatur und Textverarbeitungsprogramm
1 Stunde Zeit
in der man nichts anderes macht, auch nicht Fensterputzen, selbst wenn dieses sehr verlockend ist.
Man setzt sich hin und legt die Finger auf die Tasten. Dann fängt man an. Am besten, in dem man einen Liedertext tippt, den man kennt, oder ein Gedicht, oder ein Zitat von jemandem, den man bewundert. Und dann lässt man einfach die Finger übernehmen. Sie sollen tippen, was ihnen beliebt, ohne inhaltliche oder rechtschreiberische Korrektur. Man kann einen Brief anfangen, ein Märchen, das man kennt- egal. Werbesprüche. Ohne jede Zensur, und ohne dass man unbedingt den "richtigen" Text wiedergibt. Sobald etwas eigenes dabei ist, weiter wild assoziieren, und nicht nachdenken.
Und wenn man Glück hat, kann man die Muse schon bald sich näher schleichen sehen. Immer weiter schreiben, bis sie nahe genug ist, dass man sie am Schlafittchen packen kann. VOrsicht: Das Kleid der Muse ist dünn, und reißt schnell. Also lieber richtig nah rankommen lassen!

Meise hat gesagt…

Wunderbar anschaulich erklärt.
Das versuch ich doch glatt mal.
Computer, Textverarbeitungsprogramm und Tastatur... Check!
1 Stunde Zeit... Check!
Lust zum Fensterputzen... niente, also Check!

Dann soll sie mal geschlichen kommen, die Muse. ;)

JayNightwind hat gesagt…

Schreibe alle deine Regeln auf die du hast, wenn du etwas entwerfen willst. Alle.
Orte, Rituale, Zeiten, Materialien. Alle und Alles.
Dann, schreib Regeln drüber.
Dann, streich Regeln durch und schreib Verbote hin.
Viel Glück.

mkh hat gesagt…

Musen lassen sich nicht beschwören.

Aber man kann sie locken. Indem man eine Atmosphäre schafft, die sie anzieht, die ihnen gefällt. Das passende Aurengemisch muss mehrere Nuancen umfassen: Zeit! Innere Ruhe! Verbundenheit mit dem eigenen Inneren und mit dem Wesen der Dinge. Einklang aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vor allem aber Gegenwärtigkeit. Verstand muss dahin untergeordnet werden, wo er hingehört. Intuition erhält allen Raum. Atmen. Schweigen. Warten. Nichts treiben wollen. Es kommt, oder es kommt nicht.

Das ist der Status, in dem sich Musen richtig wohl fühlen und sich neben dich auf´s Sofa flätzen. Meistens klingelt jetzt das Telefon.

Meise hat gesagt…

Na. Die nächste Muse ist mein. ;)
(Wenn da nicht gerade das Telefon klingelt.)