Mittwoch, 19. August 2009

Begegnungen der merkwürdigen Art...

Ein Nachbar - er wohnt ein Eingang weiter, EG - hängt zur Feierabendzeit schonmal in seinem Fensterrahmen und beobachtet die Straße. Mein Fahrradabschließestammplatz ist nur eine Spuckweite davon entfernt: ein etwas gerupfter Strauch, der die parkenden Autos (noch) grün unterbricht. Wenn ich nun mein Fahrrad dort abschließe und besagter Nachbar meiner ansichtig wird, kommt immer ein mehr geflüstertes als gesprochenes "Feierabend?" von ihm.
Letztens musste ich fünf Minuten später wieder los. Er empfing mich mit "Einkaufen?"
Hätte noch gefehlt, wenn er zu meiner Rückkehr auch noch dort gewesen wäre und geraunt hätte "Wieder da?"

Ähnliche völlig unnötige Fragen stellt mir gerne die Putzfrau auf meiner Arbeitsstelle: "Machen Sie wieder länger?"
Letztens fiel mir die passende Antwort ein: "Nee, so sieht meine Freizeitgestaltung aus!" Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt schon zuhause. Schlagfertig ist anders.
Heute hat sie mein Tattoo am linken Oberarm blitzen sehen und schob mir distanzlos den Ärmel hoch, um es in Gänze anschauen zu können. Ich hätte ihr am liebsten auf die Finger gehauen.
Hab ich aber nicht. Ich bin einfach zu doof für sowas...

Kommentare:

mkh hat gesagt…

Wahrscheinlich freuen sich Nachbar und Putzfrau darüber, dass sie immer mit dieser "netten jungen Frau" plaudern. Aber fragen, ob sie das Tattoo mal sehen darf, würde wirklich nichts schaden. Geradeaus ist sie jedenfalls! Naja, wer Mülleimer auf Tische stellt...

Lily hat gesagt…

Ich frag mich bei solchen Sachen immer, mit welchen Strafen sie bedacht zu werden befürchten... einfach mal nichts sagen sondern nur freundlich lächeln scheint nicht in Ordnung zu sein, irgendwie.

Meise hat gesagt…

@mkh:
Sie hält sich auch nicht mit sowas Unnötigem wie Siezen auf.
Aber von "Plaudern" kann in beiden Fällen nicht wirklich die Rede sein, denn beide Personen sind mir eigentlich unsympathisch, deshalb bin ich höchst einsilbig und froh, wenn ich deren Zusprache schnell wieder entkommen bin.

@Lily:
Ich glaube, bei diesen beiden speziellen Personen diene ich irgendwie zur Zerstreuung und Unterhaltung. Selbst wenn von mir nix kommt.
Mit "einfach nur freundlich lächeln" wäre mir dabei viel wohler!

Springfloh25 hat gesagt…

Lach... du arbeitest nicht vielleicht doch heimlich in meinem Büro??? Letztens bauten sich unsere Putzleute vor mir auf mit den Worten "Sie arbeiten doch bei der ARGE..." - da habe ich innerlich einfach nur laut gelacht, die waren wirklich Blitzmerker und weil ich dann doch ne Nette bin, gab´s ne Beratung jenseits von meiner offiziellen Arbeitszeit.

Und ide Menschen, die auf Fensterbänken liegen, tun mir immer unheimlich leid.

Meise hat gesagt…

Vielleicht haben Reinigungskräfte, die die Arbeitsstätten ja jeden Tag sehen und die Fotos, die jemand bei sich stehen hat, die die "Vorgänge", die von einem Stapel zum anderen wandern, beobachten können und somit ja irgendwie einen kleinen Einblick bekommen in die Eigenarten der jeweiligen "Inhaber" dieses Arbeitsplatzes, einen anderen Blick und fühlen sich demjenigen viel näher, als derjenige der jeweiligen Reinigungskraft.
Vielleicht duzen diese Leute einen auch deshalb so schnell...