Donnerstag, 28. Mai 2009

Schauder

So las ich kürzlich in einem Buch*:

"Es war das erste Mal, dass er es zugegeben hatte, auch sich selbst gegenüber. Und kaum hatte er seine Hoffnung ausgesprochen, kam eine abergläubische Unruhe in ihm auf, als könnten sich jetzt die Götter, die Vorsehung und das Pech dagegen verschwören."

Das kann ich sehr gut nachfühlen. Kaum gibt man eine Regung, einen Wunsch oder ein Ziel zu (bis dahin alles schön in sich versteckt gehalten), verspürt man ein Schaudern den Rücken hinunterlaufen, als könnten irgendwelche unsichtbaren und vor allem missgünstigen Mächte unwillig darauf reagieren und einem einen Stock zwischen die Beine werfen.
Also lieber nichts sagen?

Quatsch!
Wünschen und Wollen!!!

Und immer her mit der Kampfansage gegen Götter, Vorsehung und das Pech!
Auffi! ;)


-------------------------------------------------------------------------------
*Simon Beckett, Obsession, S. 259, Mitte

Dienstag, 26. Mai 2009

Heu(l)schnupfen

Also im Moment plagen mich die Pollen derbst.
Dass ihr es wisst!
Dieser Umstand führt auch dazu, dass ich immer eine Packung Taschentücher bei mir trage und so (Vorsicht, da unten geht der Satz gleich weiter), gerade mit meiner Freundin im Café sitzend und mit ihr seelenzermürbende* Dinge besprechend, um dann natürlich Tränchen zu vergießen, denn ich bin ja nah am Wasser gebaut und kann (muss!) bei solchen Sachen heulen (seehr lästig!), immer etwas parat habe, um ebenjene Tränchen wegzuwischen. Allergie-sei-dank. ;)

*Nachtrag: "seelenzermürbend" ist eigentlich ein falsch gewählter Begriff. Ein unnötig heftiges Wort dafür, dass ich mit meiner Freundin über die Dinge spreche, die mich bewegen und beschäftigen.

Montag, 25. Mai 2009

Hohlkreuz

Psst!
Nur so unter uns:
So als Hohlkreuzgeplagte muss ich doch immer wieder bemerken, dass Hosen im Rückenteil zu wenig Gürtelschlaufen besitzen!
Näh, dat is echt Kappes!

Ich bereite mich mental schonmal auf den Besuch bei meinem Arzt vor. Ich muss da etwas bemängeln: ich habe Beschwerden, die bisher unter "das gibt sich" liefen, die sollten doch nochmal "beguckt" werden. Ansonsten bin ich recht zufrieden.

Morgen geht's wieder zur Arbeit und wenn ich Glück habe und meine Vorgesetzten mir dies gewähren, in zwei Wochen schon wieder in Urlaub - meinem (schon lange geplanten und auch eingetragenem) Jahresurlaub, den ich teilweise bei meinem Bruder, meiner Schwägerin und meiner kleinen Nichte verbringen möchte.

Aber heute, heute darf ich mich in die Sonne setzen und mich ihrer erfreuen.

Ihr alle da draußen: habt einen schönen Wochenanfang!!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Weg

Da wollte ich mich mal durch meine alten Posts mit dem Label "Musik" klicken und mich an genau jener erfreuen, da muss ich feststellen, dass bei 2/3 der Videos statt Musik Meldungen angezeigt werden.
Einige Videos wurden vom Y*uT*be-Nutzer entfernt.
Bei anderen heißt es: Einbetten auf Anfrage deaktiviert. Da muss in Zukunft wohl um Erlaubnis gefragt werden, wo es vorher erlaubt war. O.k.
Bei einigen heißt es: Dieses Video ist aufgrund des Urheberrechtsanspruchs von xxx nicht mehr verfügbar. Menno!!
Wahlweise war es auch aufgrund eines Verstoßes gegen die Nutzungsbestimmungen.
Find ich alles zwar doof, ist aber so.

Nur eines ärgert mich ungemein - diese Meldung: This video is not available in your country or domain.

Damned.
Warum das denn auf einmal???

*schmoll*

Mittwoch, 20. Mai 2009

Ausweg?


"Die Tür, die uns einschließt,
ist die gleiche Tür, die uns herauslässt."
(Nisargadatta Maharaj,
ind. Zen-Lehrer, 1891-1981)


... das hat mich nachdenken lassen, darum steht's hier.

Lanze brechend

Im Krankheitsstand hat man zuvorderst eine Pflicht: Gesundwerden!

Aus irgendeinem Grunde - vermutlich weil es sich aus anderer Leute Mund so angehört hatte - war ich davon ausgegangen, dass man nach einer OP mit Bauchschnitt und diversen Schnippeleien im Inneren, gaaaanz lange krankgeschrieben wird und man es sich in der Zeit so "richtig gutgehen lassen" kann. Die Wunde soll schnell verheilt sein und danach geht's nur noch darum, dass man sich nicht überlastet.

Wie schön einem die Realität doch auf die Finger haut. ;)

Nunja. Ich bin schon ziemlich lange krankgeschrieben*. Dieser Punkt stimmt zumindest.

Das mit dem Gutgehenlassen muss ich aber irgendwie verpeilt haben.
Oder ich habe ein anderes Bild davon.
Meine Tage bestanden hauptsächlich daraus, mich irgendwann aufzurappeln (die ersten Schritte meistens noch mit an den Bauch gepresster Hand), um dann nach Frühstück, Duschen und Anziehen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge), den Gang Richtung City zu machen, um meine für den Tag benötigten Dinge zu besorgen. Ich musste laufen, denn Radfahren war noch tabu und ich bin nicht motorisiert. Und Laufen heißt: es dauert alles erschöpfend lange*²!
Und fast immer war ich danach für den Rest des Tages platt.
Klar, ich war auch einmal im Kino und das sogar recht zu Anfang meiner Rekonvaleszenz. Man hat mich auch schon sitzend in einem Café antreffen können. Und zweimal war ich in einem Restaurant essen. Aber danach war der Tag für mich meist gelaufen.
Ich kann sagen: die meiste Zeit habe ich irgendwie verpennt. Oder zumindest gelegen und gedöst.

Also Leute: lasst euch nix vormachen von Leuten, die neidisch auf die Krankgeschriebenen schielen: das ist keine zusätzliche Freizeit, kein von der Krankenkasse bezahlter Urlaub. Es kann einem dabei durchaus zwischendurch mal recht gut gehen aber man sieht es dem Krankgeschriebenen, sieht man ihn im Caféstuhl sitzen, nicht zwangsläufig an, dass er es so gerade bis hierhin geschafft hatte und er hofft, dass dies auch für den Nachhauseweg zutreffen wird ohne von stechenden Schmerzen und merkwürdigem Schwindel diktierter Verschnaufspause auf den Stufen eines Hauseinganges.

Ich bin noch bis Montag krankgeschrieben. Und erst jetzt, die letzten zwei, drei Tage, fühle ich mich allmählich wieder halbwegs fit. Ich fahre wieder Rad (ganz vorsichtig) und die alltäglichen kleinen Dinge, angefangen beim morgendlichen Aufstehen, werden tatsächlich wieder alltäglich und unbemerkt, fast unkommentiert vom bisherigen Ziehen, Stechen und Zerren.

Vielleicht kann ich die letzten (Kranken-)Tage also doch noch genießen. ;)

* davon 16 Tage Krankenhausaufenthalt und im Anschluss daran bricht übermorgen die vierte Woche an
*² bis vor kurzem war mein Laufstil vergleichbar mit dem einer nicht mehr so ganz rüstigen Omi

Mittwoch, 13. Mai 2009

Weisheit des Tages

Man blicke nicht nur über seinen Tellerrand hinaus sondern auch mal darunter!

(Insbesondere dann, wenn man im Restaurant auf der Suche nach dem Verschlusskäppchen eines Gewürzfläschchens ist.)

Dienstag, 12. Mai 2009

Rückblick - IV

Der letzte Rückblick. Im Ernst.

Mit dem Titel:

Das Toilettenpapier-Manöver

*räusper*

Es waren einmal zwei Patienten in einem Zweibettzimmer, deren Operation gerade einmal drei Tage zurücklag. Die Reinigungskraft, die zweimal täglich durch dieses Zimmer fegte* und zur Einleitung die beiden Patientinnen jedesmal sprühend gutgelaunt mit "Moin Mädels, alles klar bei euch?" an- und gelegentlich auch wachrief , sollte am Sonntag freihaben.
Die Ersatzkraft sollte leider nicht alle Informationen (wie sich später herausstellen sollte) erhalten und ließ infolgedessen einen ganzen Flur aus, was hieß, dass besagte Patientinnen keine neue Rollen Toilettenpapier erhielten.
Was machten nun diese Patientinnen?
Klingelten sie nach der Schwester, um sich zu beschweren?
Weinten sie bitterlich ob dieser Ungerechtigkeit: Abführmittelchen erhalten zu haben, aber kein Toilettenpapier?
Hmmmnein.
Sie machten sich auf, ihre Kemenate zu verlassen und räubern zu gehen.
Sie gingen äußerst unauffällig den Flur entlang, bis sie die Besuchertoiletten erreichten, die eine sondierte die Lage, gab der anderen ein Zeichen, dass die Luft rein sei, woraufhin diese kurz in dem kleinen Räumchen verschwand und mit der Beute in der Hand zurückkehrte, diese meisterlich hinter ihrem Rücken versteckt. Auf dem Rückweg zum sicheren Räuberhort hielten sich die beiden ihre Bäuche - ob vor Schmerz oder vor zurückgedrängtem Lachen...? Wahrscheinlich gründete Ersteres aus Zweiterem.

Sie sollten dieses Manöver an diesem Tage noch einmal an anderer Stelle ausführen** und sicher zu ihrem Räubernest zurückkehren.

Da die beiden Patientinnen es nicht lassen konnten, ihren Besuchern von den gelungenen Raubzügen zu berichten, gab es danach das eine oder andere Toilettenpapiergeschenk. Welche danach, als die reguläre Reinigungskraft wieder da war, eigentlich nicht mehr gebraucht wurden.


Zum Abschluss noch ein paar Weisheiten und eine Frage:

  1. Wenn man nach einer Bauchoperation die ersten Versuche im Treppensteigen macht, sollte man dies tunlichst nicht in Gesellschaft einer Person machen, die einen zum Lachen bringt.
  2. Rosa Arbeitskluft kann auch einem Assistenzarzt stehen.
  3. Als hauptsächlich liegender Patient sollte man tunlichst "unruhige Socken" vermeiden. Das ist der Entspannung und Rekonvaleszenz abträglich - zumindest die der Bettnachbarin, die sich über diese Äußerung schlapplachen muss und sich dabei schmerzverzerrt krümmt.
  4. Pfannensitzen geht - sobald man die Hemmnis überwunden hat, "ins Bett zu machen".
  5. Warum zum Teufel heißt die morgendliche Urin-Abgabe "Spontan-Urin"??? Meine Güte.

--------------------------------
*...und damit ist nicht das Fegen mit Besen gemeint, das machte sie nämlich mit einem Wischer!
**Natürlich wurde bei beiden Gelegenheiten darauf geachtet, dass hinterher kein Besucher unversehends mit leeren Händen dagestanden... ähm... gesessen hätte.

Ohne Anlass



Razorlight - Hostage of love

Freitag, 8. Mai 2009

Wahr

Ob ihr's glaubt oder nicht
es gibt steppende Jungtauben!

Donnerstag, 7. Mai 2009

Rückblick - III

OP-Strümpfe!
Wer schonmal in einem Krankenhaus gelegen hat, kennt sie.
Ach, auch Besucher eines Krankenhauses kennen sie, da die meisten Patienten solch beinbeschmückt durch die Flure schlurfen und so schnell des Besuchers Auge kränken.
Aber das darf man im Krankenhaus. Sagt ja schon der Name. ;)
Und wo Hemdchen - hinten offen - und Netzunterwäsche gereicht werden, sind die weißen Strümpfe, die eine nette und völlig ungewollte Thrombose verhindern sollen, gar nichtmal die schlimmsten Bekleidungsstücke.
Manche haben auch gar kein Problem mit diesen enganliegenden, an den Zehen offenen Beinkleidern.
Ich schon.
Für mich war selbst die kürzeste Länge zu lang, was die Frage aufwarf: Wo krempele ich jetzt - unten oder oben?
Nach kurzem Ausprobieren (bei der ersten Strumpfzuteilung am Morgen vor der OP bekam ich wirklich viiiiel zu lange Strümpfe, da konnte ich einen halben Meter krempeln!!!) war klar, obenherum krempeln geht nicht, das quetscht die Oberschenkel ab und rollt sich trotzdem ein.
Also am Fuß krempeln.
Was von Schwestern nicht gern gesehen wird, da das auch irgendwie nicht gut für die Blutzirkulation sein soll.
Also... ähm... gar nicht krempeln.
Was heißt, dass man mit baumelndem Zehenteil - was je nach aktueller Strumpfzuteilung mal 20 Zentimeter bis hin zu 50 Zentimetern bedeuten konnte - herumschlurfen oder die überhängende Länge in eine - am besten passende weiße - Socke unter der Fußsohle zusammengefaltet unterzubringen. Was immerhin einen gefühlten Größenzuwachs von einem Zentimeter ergab.

ABER
die Länge dieser netten Bekleidung war's eigentlich nicht, die mir die Schweißtropfen auf die Stirne zauberte, sondern dass sich die eine oder andere Schwester nicht an die bewährte Größe hielt und sich bei der nächsten Zuteilung in der Wahl des Beinkleidumfanges ein wenig vergriff. Was beim Ankleiden (da sie extrem eng waren) erstmal enorm anstrengend war - mit verheilendem Bauchschnitt kein Zuckerschlecken! - und zur Folge hatte, dass die Strümpfe gern den Weg des geringeren Widerstandes gingen und sich häufig Richtung Knie wieder abrollten.
Solange man darauf lag, stellte dies kein Problem dar, sobald man aber mal einen Gang Richtung Toilette oder gar auf dem Flur hin und her tat... let's roll!
Alle fünf Tage sollten die Beinkleider erneuert werden. Nachdem ich schon die zweite Beinkleidzuteilung zwei Tage früher erbettelt hatte, wollte ich bei der dritten Zuteilung nicht schon wieder nörgeln. Also musste ich mit besagten rollenden Strümpfen eine ganze Weile in Beziehung treten.
Was letzten Endes dazu führte, dass ich den Meisen-Strumpf-Boykott ausrief und nach morgendlicher Spritzengabe die Beinstrümpfe bis zum Knie herunterklappte und den Überhang irgendwie in der Socke versteckte - ich also eigentlich mit OP-Kniestrümpfen herumlief.
Sah keiner. War ja unter der Trainingshose versteckt.
Zumindest konnte ich so auch mal völlig ohne zu fluchen einen Gang durch den kleinen Park (früher mal ein Friedhof und noch heute mit einigen Grabsteinen geschmückt) oder hoch ins Bistro machen, ohne unterwegs die Strümpfe zu verlieren. (Was mir zu Anfang nämlich schon passiert war!!!)
Meinen heimlichen Strumpf-Boykott musste ich aber nur fünf Tage durchhalten, denn dann bekam ich wieder die richtige Größe, die vom Umfang her passte und nur 20 Zentimeter zu lang war. ;) Immerhin.

Montag, 4. Mai 2009

Rückblick - II

Der Morgen nach der OP:
gleich drei Schwestern stürmten invasionsartig unser Zimmer, verpassten uns zunächst unsere Heparin-Spritzen, um dann zum Nahkampf überzugehen: wir mussten (natürlich nacheinander) aufstehen, um im Schulterschluss mit den Schwestern zur -gottseidank- nur ein paar Schritt entfernten "Nasszelle" zu wanken.
Es ging erstaunlich gut!
Und was mich auch erstaunte war, dass es mir so gut wie nichts ausmachte, dass ich von fremden Händen nicht nur ausgezogen sondern auch gewaschen wurde. Gnädig, wie die Schwestern waren, durfte ich gleichzeitig mit eigenem Waschlappen auch ein wenig selbst tätig werden, ;) - sehr effektiv, solch ein synchrones Waschen!
Es war ein positives Erlebnis, denn die Schwestern waren gut gelaunt und nett und irgendwie hatten wir ja alle das gleiche Ziel.

Gegen Mittag erfolgte die nächste Stürmung: Pulkvisite!
Will sagen: Chefarzt, Oberärztin und sämtliche diensthabenden Assistenzärzte enterten unseren kleinen Raum und traten sich gegenseitig auf die Füße. Der Chefarzt setzte sich mit großväterlicher Geste zu mir ans Fußende aufs Bett und sprach voller Stolz und auch ein wenig von sich selbst eingenommen von der gelungenen OP und wie schön doch alles geklappt hatte.
Na, da durfte er sich ruhig ein wenig brüsten. ;)

So als Patientin ist man ja schon ziemlich auf das Pflege- und Arztpersonal fixiert.
Da lässt man sich Spitznamen einfallen, entdeckt man Sympathien und Abneigungen und verfolgt, welche Schwester gut und welche schlecht spritzt. Das sind alles Themen, über die man sich auslässt, jaja...
Die Oberärztin erschien vom Aussehen her, als sei sie dem Anfang des letzten Jahrhunderts entsprungen. Mit ihr hätte sich so schnell keiner angelegt, sie wirkte auf den ersten Blick streng und irgendwie wenig zimperlich. Dabei war sie immer hochkonzentriert und -meiner Meinung nach- höchst kompetent. Dem Chefarzt schaute sie doch tatsächlich auf die Finger! *kicher* Coole Frau!
Eine junge Assistenzärztin dort hatte es mir besonders angetan. Sie war genauso klein wie ich, war zierlich, hübsch und - am Allerwichtigsten - war nicht nur immer für einen da, wenn einen was quälte, sondern auch mit Kopf und Herz dabei. "Empathisch" ist wohl das Wort, das zu ihr passt. Als Mann hätt ich mich bestimmt in sie verliebt.
Eine Schwester - eine Ordensschwester! - hatte ganz zu Anfang ihren Namen genannt, der mit P anfing, den wir aber nicht verstanden hatten. Und so nannten wie sie - unter uns - abwechselnd Perpetua, Potenzia, Philomena, Pandemonia, Prudenzia usw. Ihr glaubt nicht, wie lange man sich mit der Findung eines neuen Namens beschäftigen kann. ...

Sonntag, 3. Mai 2009

Rückblick

Ich hatte Angst.
Denn ich wusste nicht, wie die nächsten Tage aussehen, was genau mit mir passieren und wohin es mich führen würde.
Meine beste Freundin fuhr mich am 15. April zum Krankenhaus und bot mir an, vor dem Aufnahmeraum mit mir zu warten, was ich ablehnte, denn sie hatte mir an diesem Morgen und auch vorher schon viel Kraft gegeben und viel Nervosität genommen.
Und so saß ich an diesem Tage zunächst vor der Aufnahme, später vor dem EKG, vor dem Röntgen, vor der Anästhesie auf Stühlen in Warteposition, zusammen mit anderen Patienten, kam mal schneller dran, mal musste ich zwei Stunden warten.
Ein wenig mulmig war mir, als ich - halb entkleidet - aus der Umkleide in den Raum trat, wo mich der Chefarzt untersuchen sollte, denn er war nicht allein: ein Pulk von sechs Leuten erwartete mich dort und beriet sich gemeinsam, was auf dem Monitor zu sehen war und wie man vorgehen wollte.
Allerdings konnten mir die Ärzte auch nach dieser Untersuchung noch nicht sagen, was mir genau bevorstand (mal abgesehen von einem Bauchschnitt), denn erst während der OP würde sich zeigen, was zu tun sei.
Ich hatte großes Glück in der Zimmerzuweisung: ich kam in ein "Zweibettzimmer mit Nasszelle". Die Patientin, die dort bereits "eingezogen" war, sollte auch am nächsten Tage operiert werden. Wir verstanden uns vom ersten Moment an und sie war mir die beste Bettnachbarin und Zimmergenossin, die ich mir hätte vorstellen können.

Am nächsten Morgen lagen wir also frisch geduscht, im OP-Hemdchen (hinten offen - na klar!) und mit merkwürdiger Netzunterhose im Bett und warteten darauf, "geholt" zu werden. Ich kam zuerst dran.
Direkt mal vorweggenommen und vergesst den Spannungsbogen:
die OP verlief 1A, von den Möglichkeiten, die mir genannt worden waren, war mir die harmloseste vergönnt gewesen und so kann ich wirklich sagen, dass ich großes Glück hatte!
Bei meiner Bettnachbarin verlief auch alles "nach Wunsch" und so konnten wir gemeinsam die nächsten Tage das Abenteuer "Sich-von-der-OP-erholen" und "Krankenhaus-Alltag" begehen.

Das erste Abenteuer stand uns am nächsten Morgen bevor: Aufstehen! ...