Sonntag, 18. Januar 2009

Klingelterror

Die Nachbarn unter mir haben schonmal Besuch, der unheimlich gerne den Finger über mindestens fünf Sekunden auf der Klingel belässt (meist eher länger - und ihr ahnt gar nicht wie lang 5 Sekunden sein können!), vermutlich um die Dringlichkeit des Einlasses anzuzeigen. Da die Klingel der Nachbarn bei ihnen nunmal fast unter der Decke hängt, dringt der ins Hirn springende Laut durch meinen Fußboden und malträtiert mich gleich mit. Ich fühle mich jedesmal versucht, hinunter zu rennen und denjenigen vom Klingelknopf zu reißen.

Letztens tat ich das auch. Da wollte das Klingeln nämlich gar nicht aufhören und zog sich mindestens... (MINDESTENS!!!!) eine Minute hin. Ich also runter, die Tür aufgerissen, den Bengel vor der Türe angeblökt. Der hatte zur Verteidigung zu sagen, dass in der Wohnung aber wichtige Sachen von ihm seien. Ich fragte ihn darauf, wie er denn meine in die Wohnung zu kommen, wenn offensichtlich keiner da sei und wie das penetrante Klingeln ihm wohl zu diesen Dingen verhelfen könne. Er bestand darauf, es sei jemand in der Wohnung und wolle ihn nur nicht einlassen.
Herrlich. Und deshalb muss ich gleich mit leiden.
Elendes Pack!

Kommentare:

N(acht)W(ächter) hat gesagt…

Eine reine Schutzbehauptung! Meine Ferndiagnose!:-)

Meise hat gesagt…

Nun, nicht unbedingt.
Einmal hatten sie den Jungen offensichtlich vor die Tür gesetzt und ihn klopfen und gegen die Tür treten lassen, während sie drinnen saßen und die Klingel ausgestellt hatten. Das sind ganz komische Verhältnisse in der Wohnung da unter mir.

Falcon hat gesagt…

Ein Eimer Eiswasser kann da Wunder wirken.
Entweder über den Klingler schütten oder, falls er selber drei Köpfe größer ist als Du, den eigenen Kopf zur Abkühlung eintauchen.

Falcon hat gesagt…

Alternativ: Klingel der Nachbarn aufschrauben (nachts!), Drähte durchkneifen, zuschrauben.

Lily hat gesagt…

Dinge, die die Welt nicht braucht... Ich hatte mal Nachbarn, deren (jüngste zwei von sechs) Kindern nicht groß genug waren, um an die Klingel zu kommen. Also wurde die Tür mit einem Keil offengehalten, und das durchaus auch mal die ganze Nacht hindurch, weil das so praktisch war, wenn man morgens nicht wieder den Keil drunterschieben musste. Die Kunden der Drogenberatungsstelle, die auch im Haus ihre Büros hatte, waren hoch erfreut über die unverhoffte Wärmestube...
Die Bälger waren insgesamt so faul, dass sie, anstatt durch die offengekeilte Haustür in ihre Wohnung zu gehen, in den Keller pinkelten.
Nicht, dass das meinerseits unkommentiert geblieben wäre. Aber Eltern sind teilweise doch sehr merkwürdig. Mit der Androhung von Prügeln an die Kinderadresse war das Thema dann aber überraschend schnell erledigt.

unkita hat gesagt…

Sind das die gleichen Nachbarn, die sich immer streiten? Oder verwechsele ich jetzt was? Ansonsten würde ich mittelfristig zum Umzug raten.

Marco hat gesagt…

Pack trifft es genau. Schlimm. *öffentlich gegen Nachbarn demonstrier*

Meise hat gesagt…

@Falcon:
Der Bengel war (noch!) kleiner als ich. Aber das bleibt er ja nicht. Könnte also sein, dass er sich in ein paar Jahren rächen kommt, wenn ich zu solchen Mitteln greife. *grusel*
Bisher hab ich mich darauf beschränkt, schonmal wie ein Rohrspatz zu schimpfen. ;)

@Lily:
Ohgottohgott! Na, so weit kommt's bei uns hoffentlich nicht!

@Unkita:
Gute Frage. Ööööhm... Also die Nachbarn neben mir waren es, glaube ich, über die ich mal berichtet hatte. Die sind aber mittlerweile ausgezogen und von einem jungen Pärchen ersetzt worden, das ganz nett ist.
Die Nachbarn unter mir, um die es hier ging, können aber auch wunderbar Lärm machen, so ist das nicht. Vor allem Gegröle ist bei ihnen normale Verständigungsart.

@Marco:
Richtig. Manchmal ist es schlimm.
Zum Glück aber nicht immer. ;)