Freitag, 12. Dezember 2008

Lena & Goethe - IV

Und so erzählte er Lena von ihr - von Susanne.
Wie sich ihr Haar angefühlt und wie gerne er dessen Duft tief eingeatmet hatte. Wie schön es gewesen war, sie zu berühren und von ihr berührt zu werden... Und dass sie all das mit einem Schlag aus seinem Leben gerissen habe, als sie einfach so gegangen sei.
Und nun wolle er nichts mehr. Er wolle nur noch die Augen schließen und alles würde enden...

"Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." riss Lena ihn aus seinem tränenumflorten Geständnis.
Mit einem Schlag war seine Wut wiederauferstanden: "Lass den Scheiß! Was weißt du denn schon?"
Lena schluckte, hieb aber noch einmal in die Kerbe: "Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewusst."
Jetzt, dachte sie, jetzt bin ich zu weit gegangen. Mit bohrendem Blick bannte er sie auf dem Sofa. Sie befürchtete bei der winzigsten Bewegung ihrerseits seine Explosion.
Doch nichts geschah. Die Wut kroch wieder ins Kellergewölbe seines wunden Herzens, die Tränen gewannen erneut die Oberhand...

Kommentare:

mkh hat gesagt…

Oi oi, und dann auch noch mit den eigenen Zitaten malträtiert werden, das ist hart, Goethe, so was von!

Meise hat gesagt…

*lach* Ja, er hat's nicht leicht. ;)