Dienstag, 30. Dezember 2008

Ich bin gezeichnet!

Nein. Ich bin keine Comicfigur.
Ich habe ein Mal, das mich verrät!
*schluchz*
Schoneinmal ist es mir passiert und sorgte für Aufsehen, heute war ich wohl auch wieder fällig:
ein Fleck ziert mein Kinn.
Wie kommt das dahin? mögt ihr vielleicht fragen.
Jaaaa, das ist so:
Wenn ich gedankenverloren an einem Tisch sitze, vor mir ein Buch, das imstande ist, mich zu fesseln, dann kann es vorkommen, dass ich, das Kinn in meine Hände gestützt dasitze und mich laaaange nicht rühre - außer gelegentlich umblättere, um sofort wieder die vorherige Position einzunehmen. Und da kann es passieren, dass ich mir so selbst einen Bluterguss verpasse.
Das führt schonmal zu blöden Kommentaren und nicht jeder glaubt meiner Erklärung...
So was Dummes aber auch...

Sonntag, 28. Dezember 2008

Lilys selbstgeschnitztes Stöckchen

Lily hat letztens ein Stöckchen gebastelt und mir entgegengeworfen. Hier mein Versuch, ihre Fragen zu beanworten:

  1. Durch die gemischten Einflüsse genmanipulierter Marzipankartoffeln und kosmischer Strahlung bekommst du für dreißig Minuten eine übernatürliche Fähigkeit deiner Wahl. Welche wäre das, und was würdest du damit anstellen? (Außer für Weltfrieden sorgen. Das hatten wir schon!)
    Hm, gefährliche Sache das: eine übernatürliche Fähigkeit zu besitzen. Aber mit welcher übernatürlichen Fähigkeit kann man 30 Minuten was Sinnvolles machen? Unsichtbarkeit ist da ziemlich dusselig. Was hätte ich davon 30 Minuten lang unsichtbar zu sein? O.k., man könnte dann vielleicht schnell irgendwo was klauen. Aber würde mir das viel nützen? Laserblick? Für was? - 30 Minuten lang unsterblich sein? Lachhaft! -
    Deshalb würde ich mich wahrscheinlich für 30 Minuten lang "In-die-Zukunft-sehen" entscheiden. Wer weiß, zu was es nütze wäre. ;)
  2. Stell dir vor, du gewinnst 500.000 € im Lotto. Was würdest du dir davon keinesfalls kaufen?
    Skier. Niemals könnte ich mich einen Schneeabhang hinunterstürzen. Schisshase eben!
  3. Welche fiktive Figur findest du am nervtötendsten?
    Da gibt's gleich mehrere: diese blöden singenden Viecher, die sich irgendwelche Kiddies auf ihre Handys laden, um im Umkreis von 100 Metern alle anderen zu terrorisieren.
  4. Und welche würdest du sofort mit nach Hause nehmen und für immer behalten wollen?
    Mir fiel da spontan der Terminator ein, wegen des Beschütztwerdens.
  5. Welche Arbeit in deinem Alltag würdest du sofort delegieren, wenn du jemanden dafür bezahlen könntest?
    Ganz klar: Hausarbeit!
  6. Welche Arbeit von Anderen würdest du auch ohne Bezahlung jederzeit übernehmen?
    Wenn ich mir keine Sorgen um mein Auskommen machen müsste und vorausgesetzt, ich hätte es richtig gelernt: mit einem Hubschrauber Rettungseinsätze fliegen. ;) Coooool!
  7. In welchem Kinofilm hättest du gerne eine Hauptrolle gespielt, welche und warum?
    Ich hab lange gegrübelt und mir fällt (erneut) nicht wirklich was ein. Im Zweifelsfalle sag ich mal Eowyn in Herr der Ringe. Da bekommt man wenigstens zum Schluss den Held, ein ganzes Königreich und kann den Recken auch noch ausgiebig küssen. ;)
  8. Was muss man tun, um dir möglichst schnell und effektiv auf die Nerven zu fallen?
    So anfangen: "Ich hab da einen neuen Witz..." oder "Kennst du den schon...?"
  9. Gibt es einen Tag in deinem Leben, den du löschen würdest, wenn du könntest?
    Löschen? Nein. Ich glaube nicht. Vielleicht etwas besser vergessen.
  10. Und gibt es einen, den du noch einmal wiederholen möchtest?
    Oooooh ja!

Nachtrag am 05.01.2009:
Da ich ein ziemlicher Schussel bin, hab ich vergessen, das Stöckchen dem einen oder anderen ans Herz zu legen oder einfach über den Schädel zu brezeln. Darum nehme sich wer mag dieses Stöckchens an sich. ;)

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Und nun...

... ist Weihnachten.
Und wie die letzten Jahre eigentlich auch, ist der erste Weihnachtsfeiertag ein Ausruhetag nach dem Heilig Abend, den ich auch dieses Jahr mit meiner Familie gefeiert habe, also bei meinem jüngsten Bruder, seiner Frau und ihren beiden Kinder (die keine Kinder mehr sind, sondern mittlerweile Jugendliche - mein Gott, was vergeht die Zeit doch schnell!), und gemeinsam mit meiner Mutter und meinem ältesten Bruder samt Freundin.
Und wie immer gab's viel zu viel zu essen. Jeder brachte etwas mit und irgendwie hat es jeder von uns etwas zu gut gemeint.
Ausgemacht war, dass nur die "Kinder" Geschenke bekommen, woran sich meine Mutter natürlich nicht hielt und für ihre Kinder jeweils ein Geschenk parat hatte. Allerdings hatte mein ältester Bruder auch etwas für sie dabei und gab es ihr im Namen ihrer Kinder, also von uns allen. So kann's gehen.
Ich hatte vorher nicht wirklich Lust verspürt, den Heilig Abend zu begehen, fühlte mich irgendwie nicht wirklich "familientauglich", da ich mich in letzter Zeit ein wenig von ihnen abgesondert hatte, meine eigenen Wege gegangen war.
Als ich gestern aber den Blick meines jüngsten Bruders auffing, ihm begegnete, und die heftige Zuneigung, die Liebe in ihm sah und wie er mir dies so mitteilte, so einfach, so essenziell, umfloss mich dies wärmend und ich war froh, dass wir alle beisammen waren.
Ich bin froh, dass es sie gibt - meine Familie.

Ich bin froh, dass ich meine Freunde habe, mir sehr teure Freunde, die ich um nichts missen möchte.

Ich bin froh, dass ich dieses Jahr einen Freund habe dazugewinnen dürfen, mit dem ich schon viel geteilt habe und der mir viel gegeben hat. Ich danke dir, du Lieber!!! Für so viel.

Ich bin froh, dass ich hier eine Plattform gefunden habe, wo ich meine Gedanken und Gefühle ausdrücken kann, wo ich kleine Wort- und Satzexperimente machen kann und dafür oft genug Lohn in Form von lieben und lustigen Kommentaren erhalten habe.
Darüber hinaus genieße ich es, in euren Blogs eure Zeilen lesen zu dürfen und so einen Einblick in euer Leben, eure Gedanken und Gefühle erhalten zu dürfen.

Seid alle ganz lieb gegrüßt
und habt ein schönes Weihnachtsfest,
eure Meise

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Verkettung

Ich habe heute fremdgeschmückt.
Jawohl!
Der Bildermann ließ mich doch tatsächlich seine Lichterkette entwirren.
... und aufhängen... ... und Kugeln mit Häkchen versehen...
:D
Ich hoffe, die Frau vom Rhein wird das Ergebnis morgen erfreuen. ;)

Freitag, 12. Dezember 2008

Lena & Goethe - IV

Und so erzählte er Lena von ihr - von Susanne.
Wie sich ihr Haar angefühlt und wie gerne er dessen Duft tief eingeatmet hatte. Wie schön es gewesen war, sie zu berühren und von ihr berührt zu werden... Und dass sie all das mit einem Schlag aus seinem Leben gerissen habe, als sie einfach so gegangen sei.
Und nun wolle er nichts mehr. Er wolle nur noch die Augen schließen und alles würde enden...

"Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." riss Lena ihn aus seinem tränenumflorten Geständnis.
Mit einem Schlag war seine Wut wiederauferstanden: "Lass den Scheiß! Was weißt du denn schon?"
Lena schluckte, hieb aber noch einmal in die Kerbe: "Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewusst."
Jetzt, dachte sie, jetzt bin ich zu weit gegangen. Mit bohrendem Blick bannte er sie auf dem Sofa. Sie befürchtete bei der winzigsten Bewegung ihrerseits seine Explosion.
Doch nichts geschah. Die Wut kroch wieder ins Kellergewölbe seines wunden Herzens, die Tränen gewannen erneut die Oberhand...

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Obacht!!!

Im ewigen Kalten Krieg Radfahrer gegen Motorisierte konnte ich eine weitere infame Falle aufdecken.
Vergangene Woche musste ich am eigenen Leibe erfahren, wie raffiniert und vor allem wie vorausschauend und psychologisch gemein gearbeitet wurde.
Wie ist das, wenn man im Dunkel eine lange gerade Strecke zurücklegen muss und einzig ein weißer Strich die Richtung anzuzeigen scheint? Hmmm?
Man orientiert sich unabsichtlich an genau diesem Strich.

Letzten Donnerstag also fuhr ich mit dem Rad zur Arbeit, nichts Böses ahnend, da ich allein auf weiter Strecke war und keine Autos oder Motorradfahrer fürchten musste, befand ich mich doch auf einer als Fahrrad- und Fußgängerweg ausgewiesenen langen Geraden, die nur alle Jubeljahre mal von einem Fußgänger frequentiert wird.
Eine einzige Stelle auf dieser Geraden ist ein Gefahrenpunkt, denn dort befindet sich die Ein- bzw. Ausfahrt eines Baumarktes, aus der schonmal gerne der eine oder andere Wagen eine kleine Anhöhe hochschießt, um auf die eigentliche Fahrbahn abzubiegen.
Und auch an diesem Morgen kam ein Fahrzeug dort auf mich zu, ließ mich aber vorbei. Ich war noch erfreut ob dieser Höflichkeit und ließ jegliche Vorsicht fahren, fuhr weiter geradeaus und ging der Falle direkt auf den Leim, denn dort bot sich mir der Mittelstrich an, der Fußgänger- von Fahrradweg trennte. Ich lenkte müde eben auf jenen Strich und lag im nächsten Moment auf dem Boden.
BoiJoiJoiJoing!!!
Ich wusste gar nicht, wie mir geschah!
Ich saß auf dem Boden und sah neben mir mein Rad liegen. Ich sah hoch zu dem Auto, das immer noch an der Ausfahrt stand, dessen Fahrer angestrengt auf die Fahrbahn guckte, um eine Lücke in der morgendlichen Autoschlange zu finden, der Beifahrer sah mich jedoch mit großen Augen an, machte Mundbewegungen, die ich als "Alles o.k.?" deutete und winkte ihm freundlich zu, alles sei in Ordnung. Wobei ich mir da noch gar nicht so sicher war...
Und dann sah ich den Übeltäter: ein Schild, genau auf dem Mittelstrich platziert!
Da wusste ich, dass das alles von langer Hand geplant gewesen war.
Wie vielen Attentaten und Übergriffen war ich schon entkommen und da musste mich eine so kleine, perfide Falle doch noch erwischen: ein Schild, dessen Stange im dunklen Regengrau kaum auszumachen war.
Ich rappelte mich auf, verfluchte die gerissenen Agenten des Imperiums der Motorisierten und fuhr weiter, als sei nichts geschehen. Ein paar Blessuren in Form von Blutergüssen und Abschürfungen hatte ich zwar, die waren aber zum Glück schnell wieder verheilt. Und ich konnte auch von Glück reden, dass ich die vermaledeite Stange nicht direkt getroffen, sondern nur mit dem Lenkrad touchiert hatte. Sonst hätte ich sicherlich noch eine Beule am Kopf vermelden können.

Das Teuflische aber ist: ich habe gemerkt, dass ich, wenn ich morgens verträumt Richtung Arbeitsstelle fahre, immer wieder mal dem Mittelstrich verdammt nahe komme... Obacht!!!

Dienstag, 9. Dezember 2008

Lena & Goethe - III

Lena seufzte innerlich. Sie musste ihm ungeheuer gefühllos vorkommen und irgendwie stimmte das in diesem Falle auch. Sie hatte Susanne nie leiden können und beglückwünschte ihn heimlich, still und leise dazu, dass er sie los war. Wobei... wirklich kennengelernt hatte sie Susanne eigentlich nicht, vielleicht war sie ja gar nicht so eine Zicke gewesen, wie sie immer gedacht hatte. Goethe hatte sich schließlich nie über sie beklagt oder von Streit oder Problemen berichtet. Also, was wusste Lena schon?
Dass er sich aber als "nutzlos" titulierte, weil diese schnöde Schönheit ihn verlassen hatte, wollte Lena nicht hinnehmen. Das kam gar nicht in die Tüte. Ein bisschen Leiden war o.k., Trauern, ja, aber nicht den Grund unter den Füßen verlieren!
Goethe starrte den Boden an, als gäbe es verborgenes Wissen in den Mustern zu erkennen. Er war wütend auf sie. Fast erwartete Lena, dass er sie gleich hinauswarf, um sich wieder allein seinen trüben Gedanken hingeben zu können, sich in seiner Traurigkeit zu suhlen.
Sie beschloss, einen Vorstoß zu wagen und kramte in ihrem Gedächtnis, hoffte, das Zitat noch genau im Kopfe zu haben:
"Bleibe nicht am Boden heften,
frisch gewagt und frisch hinaus!
Kopf und Arm mit heiter'n Kräften,
überall sind sie zuhaus;
wo wir uns der Sonne freuen,
sind wir jede Sorge los;
dass wir uns in ihr zerstreuen,
darum ist die Welt so groß."
Sie hatte ganz leise angefangen und zuletzt etwas lauter die Betonung auf die letzten beiden Zeilen gelegt, hoffend, dass er ihr nicht sogleich die Türe wies.
Früher hatte sie ständig, wenn es sich in einem Gespräch ergeben hatte, irgendein Goethe-Zitat eingeflochten, immer zu seiner schnaubenden Erheiterung. Dabei war es gar nicht so einfach, denn es bot sich nicht wirklich oft eine passende Stelle! Viel öfter war es vorgekommen, dass sie einfach eines ausposaunte, wenn ihr eines in den Sinn kam, sei es mitten in einem seiner Sätze, und er in gespielter Entrüstung darüber wetterte.
Er warf sie nicht hinaus. Er sah sie schmerzhaft lächelnd an und antwortete:
"Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide."

Sonntag, 7. Dezember 2008

Lena & Goethe - II

Lena erwischte eine Parklücke gleich vor seiner Haustüre. Als sie ausstieg, warf sie schonmal einen Blick nach oben. Er wohnte im ersten Stock links, in seinem Wohnzimmerfenster brannte Licht, die Gardinen hingen ein wenig wirr.
Sie klingelte.
Schon nach ein, zwei Sekunden summte der Türöffner und sie eroberte den Hausflur.
Wie immer roch es im Erdgeschoss merkwürdig nach kaltem Rauch, was aber zum Glück nicht bis in den ersten Stock reichte.
Er stand in dem Spalt der Türöffnung, richtiggehend an die Türkante angelehnt, als reiche seine Kraft nicht, frei zu stehen, oder als wolle er all das, was da draußen lauerte, mit seinem Körpergewicht in Zaum halten.
Als sie nähertrat und Hallo sagte, irgendwie schüchtern, wich er beiseite und ließ sie wortlos eintreten. Im ersten Moment wusste sie nicht, ob sie ihre Jacke ausziehen sollte, ob sie wirklich willkommen war, so hilflos stand er da, als wisse er selbst nicht, was ihm da zur Tür hereingeschneit sei.
Jetzt war sie sich sicher: ihm ging es nicht gut, er lief völlig neben der Spur.
Sie hängte ihre Jacke an einen Haken der Garderobe und sah ihn fragend mit hochgezogenen Brauen an.
"Ach so...," murmelte er. "Lass uns in das Wohnzimmer gehen."
Kaum dass sie saßen - sie auf dem Sofa und er auf der Armlehne eines Sessels - sprang er schon wieder auf. "Willst du etwas trinken?"
"Nein." schüttelte sie den Kopf. "Ich will wissen, was mit dir los ist."
Er sackte wieder zurück auf die Armlehne. Ihr schien, als hadere er gerade mit sich, dass er sie eingelassen hatte. Schließlich rang er sich eine Antwort ab. "Nichts ist mit mir los."
"Was soll das heißen: nichts? Ich seh doch, dass da was ist!" erwiderte sie streng.
"Neinnein, das ist es ja eben: nichts ist mit mir los. Ich hänge fest, komme nicht mehr weiter. Bin nutzlos..." Er schluckte und sie sah, dass er mit den Tränen rang.
"Wie meinst du das?"
"Susanne...," begann er, schluckte noch einmal und fuhr dann krächzend fort: "... hat mich verlassen."
Lena nickte. Ja. Sowas konnte einem das Ende von allem vorgaukeln. Das Ende der eigenen Lebensplanung, das Ende der Liebe, das Ende des eigenen Seins. Als sei man nur wer, wenn man denjenigen, den man sich ausgesucht hatte, um sich hatte, sicher und für alle vorzeigbar.
"Und darum bist du jetzt nutzlos?" bohrte sie nach.
Er wandte sein Gesicht ab, die Lippen zusammengepresst. Wahrscheinlich hasste er sie in diesem Moment.

Geisterstunde

Ein liebes Gespenst aus alten Tagen,
mit dem ich in manch bittrer Nacht gerungen,
lächelte mir längst gewährte Vergebung zu.
Jetzt musst' nur noch ich mir vergeben.

Montag, 1. Dezember 2008

*Gähn*

... der Urlaub ist rum... Verflixt nochmal!
Und wer hat eigentlich das Frühe-Aufstehen erfunden???

... nützt ja alles nichts... ich muss los... :(