Dienstag, 11. November 2008

Novembergefühle

Heute fällt's mir mal wieder schwer, mich aufzuraffen.
Schon das Aufwachen gestaltete sich als zähe Sache, ich wollte den Schlaf wohl nicht loslassen.

Gestern habe ich einen Welli verloren. Eine Henne, die schon lange krank war, mit der ich auch oft beim Tierarzt war, der abschließend gesagt hatte, da könne man nicht mehr viel tun, außer mit Vitaminen ein bisschen zu helfen, dass es ihr noch möglichst lange einigermaßen geht. Gestern morgen ging es dann allerdings schnell. Sie ging einfach.
Ich bin zwar ein bisschen traurig, aber es war nicht so schlimm wie beim letzten Welli, der mit sichtlicher Qual gestorben war.

Die Aussichten "auf der Arbeit" sind öde zur Zeit. Dort zieht mich momentan auch nichts hin.
Es ist immer das gleiche ermüdende "Spiel" mit den Kollegen, jeder muss wieder anders angepackt werden, damit keine Spannungen entstehen.

Und so wirklich gesund fühl ich mich noch nicht. Gestern abend habe ich so gefroren, dass ich irgendwann klein beigab und mich wieder ins Bett verzogen habe, samt Wärmflasche, dem treuen Freund. Und beim Umklammern meiner Wärmequelle war ich wieder traurig, dass es nur so ein Ding ist, das mir Wärme gibt, kein Mensch, bei dem ich Trost finden kann...

Kommentare:

Frau Vivaldi hat gesagt…

Ach Frau Meise... der Winter ist auch bald wieder vorbei und der Frühling macht alles neu! Versprochen..!

Lily hat gesagt…

Es ist einfach ungerecht, wenn sich alles so gegen einen zu verschwören scheint. Es ist ätzend, und vieles ist überflüssig, und Trost gibt es wenig. Aber auch diese Jahreszeit hat ihre angenehmen Seiten: Eine Tasse Kakao und ein paar Spekulatius, die ersten wirklich leckeren Mandarinen, und die Gewissheit, dass es in der Wohnung warm und hell ist. Du wirst sehen, wenn du wieder ganz gesund bist, sieht das alles schon nicht mehr ganz so trübe aus. Ebenfalls versprochen. Bis dahin musst du aber durchhalten. Versprochen?

LG
Lily

Bär-Bellinda hat gesagt…

Nur Mut liebe Meise:

Wenn man auch allen Sonnenschein wegstreicht, so gibt es doch noch den Mond und die funkelnden Sterne und die Lampe am Winterabend. Es ist so viel schönes Licht in der Welt.
[Wilhelm Raabe]

N(acht)W(ächter) hat gesagt…

Das klingt ja wirkich nach einer kleinen Winterdepression!
Frische Luft und ein bißchen Schokolade, dann wird das schon!
Und mein Beileid zum Welli. Als ich meinen vor ein paar Jahren verlor, war es ähnlich! Icj kenn das!

mkh hat gesagt…

Der Tod eines nahestehden Tieres - hinterlässt eine Lücke, wie jedes Sterben eine Lücke unter den Lebenden offen hält.

Und jetzt zu einem erstaunlichen Gestaltwandel:

Möge deine Wärmflasche noch vor Beginn des nächsten Frühlings zu einem treuen (wohl temperierten) Gefährten in Menschengestalt werden!

Falcon hat gesagt…

Schöner als meine Vorposter hätte ich es auch nicht sagen können. Deswegen schließe ich mich dem einfach an und wünsch noch ein paar sonnige (in jeder Hinsicht) Tage ins Rheinland.

Meise hat gesagt…

@frau vau:
Der Winter fängt gerade erst an. :(
Trotzdem haben Sie natürlich recht. Wahrscheinlich ist der Frühling genauso schnell da wie das vergangene Jahr ins Land gegangen ist: wie im Fluge!

@lily:
Die Tasse Kakao hab ich gerade intus, die Wohnung riecht nach Orange und ich hab ein paar Kerzen angezündet und meine Erkältung lässt mich langsam aus ihren Klauen. Habe heute kaum mehr gefroren.

@bär-bellinda:
Ein schöner Spruch und viele Lichtquellen, die einem immerhin leuchten.

@nachtwächter:
Ja. Bewegung an der frischen Luft ist schon nicht verkehrt.

@mkh:
Hm. Meine Wärmflasche ist grün. Jetzt sag mir nicht, ich soll sie küssen, damit daraus... Neee!

@falcon:
Tatsächlich schien hier heute die Sonne, wenn es auch trotzdem noch kalt war. ;)