Sonntag, 25. November 2007

Kampf der Geräusche

Dies ist wieder mal so ein Sonntag, erfüllt von den Geräuschen der Nachbarn.
Ich hab einfach keine Lust, immer mit lauter Musik oder Filmgeräuschen gegen den Lärm der anderen ankämpfen zu müssen.

Unter mir grölt der Freund meiner Nachbarin ständig herum. Eine normale Unterhaltung kann er wahrscheinlich nicht führen. Wenn sie nicht gerade lautstark am ****** sind (und es klingt nicht - wie es nun mal sollte - nach einer schönen Angelegenheit!) und er außer Haus ist, singt sie (am liebsten zu Karel Gott!). Und hier haben wir den Gegenbeweis für die schöne These: "Jeder kann singen"! Kakophonie ist ein Wort - ich habe unter mir die Personifizierung dessen wohnen!

Die Nachbarn rechts von mir dagegen unterhalten sich gerne quer durch die Wohnung. Natürlich in der dafür nötigen Lautstärke! Und ihre Waschmaschine, die heute mittag lief (die Mittagszeit ist ja anscheinend abgeschafft worden - gut, ich mach auch kein Mittagsschläfchen, aber irgendwie hatte man sich doch an diese Mittagsruhe gewöhnt...), scheint den Konstruktionsplänen einer russischen Langstreckenrakete nachempfunden zu sein, denn wenn die den Schleudergang einlegt, denkt man in der ersten Schrecksekunde an ein Erdbeben.
Bis mein Vernunftzentrum (hab ich, jawoll!) mir mitteilt, dass der Hasenfuß in mir sich beruhigt zurücklehnen kann: Flucht ist nicht nötig!

Ach, noch was: Sie haben auch eine Dartscheibe!
Pock - pock - pock....
Pause....
Pock - pock - pock... usw.

*seufz*

Wobei: Im Moment hör' ich nix!
Ahnen die, dass ich hier dies schreibe?
Oder fühlen sie sich gar vom Tippen der Tastatur gestört und überlegen sich gerade, ob sie wegen der groben Lärmbelästigung an meiner Türe klingeln sollten, um mir mal Bescheid zu stoßen?

Aber ich beschwer mich ja nicht....


Nachtrag:
Liebe Frau vom Rhein, lieber Bildermann, eure Nachbarn über euch, sind ja auch nicht von schlechten Eltern, das habe ich ja bereits erfahren dürfen! Nur gut, dass ich bei euch dann selbst den Lärmpegel steigere! So als Retourkutsche!

Kommentare:

mkh hat gesagt…

Ojeh! Ich fühle mit dir mit und schicke dir zu Weihnachten eine Familienpackung Oropax!!!

Da ich selbst sehr ruhig wohne und mich zu Gast in fremden, hellhörigen Wohnungen selbst leicht genervt fühle, kann ich das, was du schreibst, gut nachvollziehen. Meine Empfehlung: altes Häuschen auf dem Land finden und umziehen!

Meise hat gesagt…

Ha, da ergibt sich nur ein Problem! Wie komm ich von da mit dem Fahrrad zur Arbeit??? ;-)

mkh hat gesagt…

Es muss natürlich ein klitzekleines Dorf sein, in dem irgendwo eine uralte, staubige Bibliothek steht, die jede Menge uralte, staubige Bücher mit uralten, staubigen und kaputten Ledereinbänden archiviert hat, die DU dann alle neu binden musst: in Leder einbinden, versteht sich!

Und da kannst du dann mit dem Fahrrad hinfahren.

Frau Vivaldi hat gesagt…

Ich würde auch einen Umzug vorschlagen.. es gibt Dinge, an die man sich nicht gewöhnen sollte. Und muss.

unkita hat gesagt…

Es ist schon übel, wenn ein Haus sehr hellhörig ist. Unseres ist es auch und wir dürfen jeden Tag den Streiterein des 88-jährigen und seiner Tochter, die noch im haus lebt, zuhören. Fürchterlich. Aber in deinem Falle würde ich auch mal an einen Umzug denken...

Bär-Bellinda hat gesagt…

Selbst ein Minidorf mit einem einzelstehenden Haus hilft nicht immer. Da ist es so ruhig, daß dann schon die bellenden Hunde auf dem übernächsten Grundstück stören, wenn sie Mitternacht den Mond anheulen. Oder der drittnächste Nachbar, der unbedingt 21.30 Uhr die Kreissäge anwerfen muss...
Aber gegen meine hellhörige Wohnung in der Stadt möchte ich auch nicht mehr tauschen!!!!

Falcon hat gesagt…

Schade, dass Du so einen geräuschlosen Beruf hast. Der taugt nicht wirklich, um den Nachbarn eine rechte Freude zu bereiten.
Aber wie wäre es denn mit einem schönen Hobby? Nagelmosaike hämmern, zum Beispiel oder Löcher in Betonwände bohren.
Du könntest auch über die Anschaffung weiterer Haustiere nachdenken.
Papageien sollen ja recht unterhaltsam sein.

Meise hat gesagt…

@mkh:
Ach ja, wenn denn nur die Arbeitsplätze so schön gestreut lägen, wie man sie braucht! Im Moment muss ich um meine Arbeitsstelle (noch) nicht bangen, deshalb bleib ich lieber erst einmal dabei.

@frau vau & unkita:
Dieses Jahr zieht erstmal meine Mutter um, dann mein ältester Bruder. Da warte ich lieber noch ein Weilchen, sonst komm ich aus dem Renovieren und Kistenschleppen gar nicht mehr heraus.
Wenn noch ärger wird, guck ich mich vielleicht nächstes Jahr mal um...

@bär-bellinda:
Vielleicht liegt's daran, dass die Leute, die ins Ländliche ziehen, meinen, das gehört mir, hier darf ich Krach machen.
Ich weiß es nicht. Ich wohne ja in der Stadt.
Aber meine vorherige Wohnung, direkt an einer Grundschule, war mit ihrem Kindergeschrei angenehmer als meine komischen Nachbarn. - Wobei ich noch sagen muss, dass hier ja noch vier andere Parteien wohnen, die keinen Lärm machen, das muss ich ja auch mal sagen!

@falcon:
Also für die Nagelmosaike könnte ich mich erwärmen!!! *grins*

@alle zusammen:
Hach, ist das schön! So viel Zuspruch! Da geht's mir gleich besser! :-)