Montag, 17. September 2007

Garstiger Vogel

Ich habe zwei Vögel.
Wellensittiche - um genau zu sein.
Ein Männchen (gelb) und ein Weibchen (blau).
(Ich kenne mich mit den genauen Bezeichnungen nicht aus, der Gelbe könnte aber ein "Schwarzauge" sein und der Blaue ein "Zimter".)
Sie sind noch recht jung, noch nicht ein Jahr alt, machen aber ganz schön Fetz!
Das Weibchen ist - wie bei Wellensittichen üblich - dominant und beansprucht das Recht für sich, zu bestimmen, welcher Sitzplatz nun gerade ihr zusteht.
Dabei ist sie nur schwerlich zufrieden zu stellen, denn (gerade abends) scheint immer der Sitzplatz, wo er sitzt, der interessantere zu sein. Also wird er verjagt und kaum, dass er woanders sitzt, ist sie mit dem erbeuteten Platz unzufrieden und giert schon wieder nach seinem neuen Platz. Also das ganze Spielchen von vorn. Das geht manchmal eine halbe Stunde so!!!
Aber wie gesagt, bei Wellensittichen ist das ganz normal, dass das Weibchen sagt, wo's langgeht.

Allerdings gibt es eine Ausnahme!
Wenn ich den beiden Grünzeug reiche - was ich täglich tue - ist er kaum zu bremsen!
Da wird er zum Tier!
Seine Gier danach ist so groß, dass er sämtliche Rollenfragen über Bord wirft und mit ihr die wildesten Kämpfe eingeht, nur damit er möglichst viel davon abbekommt!
Gewöhnlich klemme ich den beiden an zwei verschiedenen Stellen im Käfig etwas an die Gitterstäbe, so dass sie sich nicht ins Gehege kommen. Aber als Leckerli reiche ich gerne nochmal nachmittags ein kleines Extra: vorzugsweise Vogelmiere, das ist deren Leib- und Magenspeise.
Wie ein Geier stürzt er sich dann auf das frische Grün und gibt keine Ruhe, bis nicht alle kleinen Blättchen abgezupft sind. Dafür kommt er auch auf die Hand! Da kennt er nix!
Und erst, wenn er schon die Hälfte abgerupft hat, kommt sie hinzu und versucht etwas vom Rest zu ergattern. (Sie hat's nicht so mit dem Auf-die-Hand-kommen. Sie macht es schonmal, aber selten.)
Aber irgendwie bin ich schon froh, dass er sich dort, wo er etwas wirklich will, auch behauptet.
Ansonsten geht er ja den Weg des geringsten Widerstandes.

Zumindest aus seinem Kampf ums Grün kann man vielleicht etwas lernen...

P. S.: hier und hier findet man Infos, wenn man mit den Wellis mal nicht weiterweiß!

Mittwoch, 12. September 2007

Liebesbriefe

Gestern habe ich alte Liebesbriefe von mir durchstöbert.
Liebesbriefe, die ich mal geschrieben habe.
Sie sind mir wieder in die Hände gefallen, nach langer langer Zeit und ich konnte nicht anders, als sie mir wenigstens noch einmal anzusehen, bevor ich sie zerreiße um sie eventuell später dem Feuer zu übergeben.
Warum verbrennen?
Wahrscheinlich, weil sie dann wirklich ausgelöscht, verschwunden sind.
Zu Asche verbrannt!
Ich möchte nicht, dass irgendwann mal jemand aus Versehen meine grässlichen Ergüsse in die Finger bekommt!!!
Und sie sind wirklich grässlich!
Die ersten paar Briefe habe ich noch ganz gelesen, die nächsten nur noch überflogen.
Ich muss damals wirklich "gebrannt" haben, völlig plemm-plemm gewesen sein! Was ich da auf Papier gebannt hatte, verursacht bei mir heute abwechselnd Lachkanonaden oder Würgereiz.
Manche Stellen sind denn doch zu eindeutig und plakativ. Da ist nichts Subtiles mehr, da wird nicht mal mehr mit dem Zaunpfahl gewunken, da wird gleich mit brachialer Gewalt mit dem gesamten Zaun zugeschlagen!!!
Und es sind ja nicht nur ein paar Briefe!
Ich habe sie nicht komplett gezählt, aber es müssen über hundert sein (bei fünfzig habe ich aufgehört zu zählen)! Begleitet von etlichen bunten Postkarten.
Aber wenigstens habe ich noch einige Gedichte aus dem Haufen "Rosaroter Wolken" filtern können. Und mich hat gewundert, wieviel ich damals davon verfasst habe! Und nicht alle sind so schlimm wie die Briefe. Manche find ich so ganz in Ordnung. Sie reimen sich zwar nicht, aber in Ermangelung einer anderen Bezeichnung bleibe ich bei dem Wort "Gedichte".
Kostprobe?
Na, ich trau mich mal. Aber nur welche, die nicht schwülstig sind!!!

Vor der Türe
Vor der Türe
atme ich die Nacht,
sprechen die Sterne
in gelassener Ruhe
von Vergangenheit
und Zukunft,
die Gegenwart
ins Unendliche
ziehen.
Jemand sieht nach mir:
"Was tust du?"
"Nichts."
Ich lausche den Sternen.

Oder:

Dunkle Tränen
Es ist die Schmach,
die meinen Blick verdunkelt.
Sehnsucht nach Vergessen,
nach einem reinen Neuanfang,
zerfrisst mein Innerstes.
Atemlose Tränen des Verletztseins
halten mich gefangen
in einem Kreis der Verzweiflung.


Also, mit diesen kann ich durchaus leben.

Jetzt mal was schwülstigeres (ich werde wohl gerade ein wenig abenteuerlich!):

Ein kleines Stückchen
Ein kleines Stückchen Welt
nur für uns
kein Ticken der Uhr
ringsrum ist Nichts.

Ein kleines Stückchen Welt
kein Laut dringt herein
alles friedlich
alles still.

Ein kleines Stückchen Welt
voller Wärme
voller Zuneigung
voll von Geben und Nehmen.

Ein kleines Stückchen nur
voll von Dir
das wünsch ich mir.


Nicht schwülstig genug? Soll ich noch einen drauflegen?
Hihihi, ich würde nach dieser Ankündigung wahrscheinlich schnell wegklicken.
Braucht ihr nicht.
Ich verschone euch!

Vorerst.

Montag, 10. September 2007

Schreiben

Eigentlich bin ich dabei, ein Buch zu schreiben.
Nennen wir's mal so.
Ich selbst habe eigentlich ein Problem damit, es "Buch" zu nennen, denn es ist ja noch kein Buch.
Es ist eine kleine Ansammlung schräger Ideen, science-fiction-mäßig zusammengeschraubt, wo mir viele Stellen noch echt Kopfzerbrechen bereiten und ich mich frage, ob das alles am Ende wirklich zusammenpassen wird!
Momentan hänge ich.
Total.
Ich weiß nicht weiter.
Ich weiß zwar, wie die Geschichte enden soll und was der Hauptfigur, nennen wir sie mal ganz wagemutig "Held", im Groben noch so passieren soll, aber trotzdem hänge ich.
Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich am Anfang schon wieder rumgebastelt habe und unzufrieden war. (Wie fast immer...! Jedesmal, wenn ich nochmal nachlese, was ich vorher fabriziert hatte, denke ich: "Mein Gott, Was hast du denn da verzapft? Sowas will doch keiner lesen!")
Was nicht ganz stimmt. Zumindest mein Bruder und meine Schwägerin verlangten bisher immer nach mehr. Ich habe den beiden immer die neu geschriebenen Seiten geschickt. (Ein Ausdruck!!! Nicht die Originale!!!) Sozusagen als "Fortsetzungsroman".
Und so in Häppchen liest es sich vielleicht auch ganz nett.
Aber ich bin unzufrieden.
Vielleicht sollte ich nochmal ganz von Anfang an alles durchlesen und daran weiterbasteln und korrigieren. Vielleicht fällt dann bei mir der Groschen, wie es weitergehen soll.

MUSE!!!! Küss mich!
Hmmm, sind Musen eigentlich alle weiblich? - Wie doof! Ich würde lieber von einer männlichen Muse geküsst werden!
Aber die Vorstellung, dass ein höheres Wesen einem die Phantasie beflügelt, stammt wahrscheinlich noch aus Zeiten (die alten Griechen waren's, denke ich mal...), wo größtenteils Männer die Feder zückten und aufs Pergament krakelten. Oder schlugen sie gar noch mit Meißel in Stein?
Puuuh, Schwerstarbeit!
Da widme ich mich doch lieber meinem flimmernden Bildschirm und bastele an meinem "Geschreibsel" (wie ich es ganz gern neckend nenne), da korrigiert es sich auch leichter als ein Stein, dem aus Versehen ein m zuviel oder zuwenig eingemeißelt wurde...
;-)

Also Muse! Wat is nu?

_

Donnerstag, 6. September 2007

Krank vom Umzug?

Tja, das hab ich jetzt davon! Eine Woche im Umzugs-Stress und im Durchzug haben Wirkung gezeigt:
Den Dienstag habe ich noch mit heftigen Halsschmerzen, Niesen und abwechselnden Hitze- und Kälte-Attacken hinter mich bringen können. Ich spürte aber schon, dass die bösen Viecher, seien es nun normale bakterielle Erreger oder auch Viren, noch lange nicht genug hatten. Sie schienen bei mir eine richtige Party feiern zu wollen, nicht nur einen kurzen Sit-in! Über Nacht steigerten sie ihre Tätigkeiten immer mehr - jaa, nachts feiert es sich ja auch besonders gut, nich?
Morgens war ich jedenfalls so hinüber, dass ich dachte, es wäre am besten, ich würde mir Nase, Rachen und Ohren mit einer Flaschenbürste auskehren, um der Invasion Herr zu werden. - Habe ich natürlich nicht gemacht, aber wem muss ich das sagen?
Ich bin statt dessen zum Arzt und der hat mir pflichtgemäß eine AU ausgestellt.
Sicher wieder zuhause und allein vom Wunsch beseelt, wieder in mein Bett zu steigen und die Heizdecke auf "Volle-Pulle" zu stellen, fand ich meine Mutter vor, die dort war, um an meiner Statt den Wartungs-Service des hiesigen Energie-Unternehmens zu empfangen, der eine Wartung an meinem Heizofen durchführen wollte. Die Technikerin kam denn auch gegen viertel nach acht. Ich verpieselte mich ins Schlafzimmer und überließ meiner Mutter die Formalitäten - hätte sie ja auch, wenn ich nicht da gewesen wäre (sprich: nicht krank und somit auch nicht zuhause gewesen wäre), darum hatte ich sie ja schon lange im Vorfeld gebeten.
Leider entpuppte sich diese Wartung als nicht so einfach, denn wider Erwarten, fand die Technikerin tatsächlich etwas, was nicht in Ordnung war. Zwischendurch sprang auch schon mal die Sicherung raus, so dass das Hörbuch im CD-Player, das ich mir als lautmalerischen Hintergrund angemacht hatte und, was am allerschlimmsten war, meine Heizdecke ausging!!
Ich also nochmal raus aus dem Bett und bescheid gesagt, dass die Sicherung raus ist. Ich musste ja sichergehen, dass sie es bemerkten, da es ja hell, weil mitten (naja, morgens) am Tag war!
Lange Zeit war nicht klar, was mit dem Heizofen nicht in Ordnung war. Ich bekam nur am Rande mit, dass irgendeine Schraube Sorgen machte, die wohl irgendeiner in eine Leitung gedreht hatte. Wer macht denn sowas? Etwa der Schornsteinfeger, der einen Tag vorher da gewesen war? Aber der hatte doch nur irgendwelche Ausstöße des Gase gemessen oder so ähnlich...
Ich hatte jedenfalls keine Ruhe mehr im Bett und verpflanzte mich aufs Sofa. Aber auch dort bekam ich nur die Hälfte mit, da ich von Halsschmerzen usw. ganz gut abgelenkt wurde. (Tja, die Erreger können ihren Job eben echt gut!)
Irgendwann kam denn auch ein Kollege der Technikerin, um auszuhelfen. Eine neue Pumpe wurde eingebaut - nach Rücksprache mit meiner Vermieterin, die das O.K. gab (Gott-sei-Dank!) und dann zogen die Techniker endlich ab.
Der Termin war 8:00 Uhr gewesen.
Gegen 10:30 Uhr (grobe Schätzung!) gingen sie endlich.
Mein Gott, war ich froh! Ich glaube nicht, dass ich diese Belagerung noch länger hätte aushalten können. Meine Mutter ging denn auch, nicht ohne mir zu versichern, dass ich mich nur melden müsste, dann würde sie mir alles bringen, was ich benötige (zwischendurch hatte sie mir die Medikamente von der Apotheke geholt!!!)! Doch gut, dass es sorgende Mütter gibt!!
Endlich konnte ich zurück in mein Bett und meiner Rekonvaleszenz entgegensehen!

Heute morgen hatte ich zwar wie ein Déjà-vu das Verlangen nach einer Flaschenbürste, aber seit heute nachmittag geht es mir ein wenig besser. Ich habe die meiste Zeit geschlafen, meine Heizdecke auf Halbe-Kraft stellen können (und zwischendurch auch mal zur Schonung derselben ausschalten können) und mich mit Tee und Brühe "über Wasser gehalten". Die Halsschmerzen lassen endlich nach und wirken nur noch im Hintergrund. Dafür hat sich pünktlich, quasi zu dessen Ablösung, der Husten zum Dienst gemeldet.
Ich denke morgen wird es weiter bergauf gehen.
Mein Tee für die Nacht ist jetzt fertig (habe gerade die Tee-Beutel herausgenommen), die letzte Tablette für heute wird geschluckt und dann geht's jetzt ab, zurück ins Bett.
Seit einer Viertel-Stunde tut meine heißgeliebte Heizdecke ihre sorgenvolle Pflicht, mir das Bett vorzuwärmen!
Hoffentlich kann ich diese Nacht mal durchschlafen.

Soviel von der Krankheits-Front!

Wir sehen weiter!